Thargelion

 

Wir sind ein einziges Mal geboren,

 zweimal geboren zu werden, ist nicht möglich,

eine ganze Ewigkeit hindurch werden wir nicht mehr sein dürfen.

Und da schiebst du das, was Freude macht auf,

obwohl du nicht einmal Herr bist über das Morgen?

Über dem Aufschieben schwindet das Leben dahin und so mancher von uns stirbt,

ohne sich jemals Musse gegönnt zu haben,

Epikur von Samos (341 - 270 v.u.Z); Hauptlehrsatz 5

 

 

William Bouguereau

 "Nymphen und Satyr" beim

 lustigen Ringeltanz.

6. und 7. Thargelia am 30.4. und 1.5.09

 

Thargelia ist ein Erntefest und Artemis und Apollon, als Schutzgottheiten der Ernte geweiht. 

Das Fest beinhaltete zwei Teile, die Reinigung und das Opfer. 

Der sechste Tag, der Geburtstag von Artemis, ist ein Tag der Reinigung. Bei der Prozession wurden zwei Pharmakoi (Gebirgsziegen), die über längere Zeit von den Menschen gefüttert worden sind, um die Stadt geführt. Begleitet wurden sie während der Prozession von zwei zum Tode verurteilten Menschen, einem Mann und einer Frau, die mehrere Monate nur das beste Essen bekommen haben. Sie waren in heilige Gewänder gekleidet und verschnürt mit Feigenbaumzweigen. Sie absorbierten während der Prozession das Übel und die Krankheiten der Stadt. 

Zuletzt wurden sie mit den Ziegen aus der Stadt gejagt. Der siebte Tag begann mit einem Schaf- und Ziegenopfer und einem Tanzwettbewerb, bei dem der Gewinner ein Kesselstativ gewann, welches demjenigen nachempfunden war, das sich im heiligen Schrein der Phytia von Apollo befand. Zudem gab es auch Trankopfer zu Ehren des Helios, den Horen und der Selene. 

 

 

25. Kallunteria am 19.5.09

 

Dies war ein kleines, aber sehr wichtiges Fest in Athen. Kallunteria ist das Fest des "Ausfegens" und an diesem Tag fegten die Frauen den Tempel der Athena aus. Ihre ewige Flamme wurde nachgefüllt und von der Priesterin neu entzündet. 

 

 

25. Plunteria am 19.5.09

 

Die ist das Fest, an dem die Statue der Athena Polias (Beschützerin der Stadt) gewaschen wurde. Das Waschen und Reinigen von heiligen Bildnissen war eine allgemeine Sitte in Griechenland und wurde an vielen Orten praktiziert.

Die Frauen entfernten das Peplos und die Juwelen von der Statue der Athena, die dann eingewickelt und in einer Prozession zum Waschplatz getragen wurde. Die Prozession wurde von einer Frau angeführt, die einen Korb, gefüllt mit Feigengebäck, trug. Feigen sind ein altes Fruchtbarkeitssymbol und war das erste kultivierte Nahrungsmittel. Die Süssigkeiten wurden der Göttin am Strande geopfert.

Berittene Epheboi (junge Männer) begleiteten ausserdem das verhüllte Bildnis.

Es wurde an den Strand gebracht, da es in fliessendem Wasser, besonders Salzwasser, gereinigt wurde. Dort wurde es von zwei Mädchen gereinigt, den Loutrides (Badenden). Das Peplos wurde zur gleichen Zeit gereinigt. An diesem Abend kehrte die Göttin mit einer Fackellichtprozession zu ihrem Tempel zurück und wurde mit dem gereinigten Peplos gekleidet und mit ihren Juwelen geschmückt.

Nur den Loutrides und den Frauen, die die Statue der Göttin ab- und anzogen hatten, waren es erlaubt, die enthüllte Göttin zu sehen. Die Statue der Athena war menschengross, aus Olivenholz geschnitzt und möglicherweise wurde sie sitzend und ohne Waffen dargestellt. Sie trug eine hohe, goldene Stephane (Krone) und möglicherweise ein Gorgoneion (Medusenhaupt) auf ihrer Brust.