"Spirituelle Meisterschaft in 30 Tagen? Tja..., gewusst wie!"
Ok,
damit
du schon mal vorab dich selbst testen kannst, ob du überhaupt das Zeug für
einen spirituellen Meister oder eine spirituelle Meisterin hast, überprüfe
dich selbst anhand dieses Fragenkatalogs:
(Bitte
antworte laut, deutlich und inbrünstig mit jaaahh..., wenn du dich angesprochen fühlst)
1.
Du erfreust dich an einer ausgeprägten Selbstüberschätzung
2.
Du hast häufig Phantasien von unbegrenztem Erfolg und unbegrenzter
gottähnlicher Macht
3. Du glaubst, dass du etwas ganz besonderes bist
4.
Hast ein übermässiges Bedürfnisse, bewundert zu werden
5.
Hast ein überhöhtes Anspruchsdenken
6.
Nutzt andere Menschen auf egoistische Weise aus, um deine Ziele zu erreichen
7,
Hast ein mangelndes Einfühlungsvermögen
8.
Bist oft neidisch auf andere oder glaubst, dass andere auf dich neidisch sind
9. Folgende Worte beherrschen kontinuierlich dein gesamtes Denken: Knete, Kohle, Zaster,
Kröten, Pinkepinke
Wenn
du bei dem obigen Fragenkatalog mindestens einen Punkte mit jaaahh...
beantwortet hast, ist dieser Kursus wie geschaffen für dich! Ich gratuliere dir
schon mal vorab!
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und werde ein
Meister..., |
Also,
befasse dich rund um die Uhr mit irgendeinem spirituellen Weg, den du am
meisten ansprechend findest. Meditiere, lies, lies, lies (am besten sind Bücher
von Menschen, die sich erleuchtet wähnen), bete, bete, meditiere, intoniere, visualisiere
und ritualisiere mit blinder Leidenschaft bis zu dem Punkt, da sich dein Denken 24 Stunden am Tag nur
noch um die allein seligmachende Erleuchtung dreht.
Wenn du genug suggerierbar
und beeinflussbar bist (eine hysterische Tendenz ist hier ganz bestimmt von
Vorteil), produziert dein Unterbewusstsein deinen Suggestionen gemäss ein
Erlebnis, das merkwürdigerweise genau dem entspricht, was du schon immer zu
wissen glaubtest, wie sich eine Erleuchtung abspielen und anfühlen muss.
Hey,
hey, waaaaas..., du wagst es schon zu zweifeln und kannst dir nicht vorstellen, dass eine
Erleuchtung "nur" ein Akt der Autosuggestion sein kann? Närrischer
Tuck, wie schon mein alter Freund Gandalf sagte!
Jetzt
sei mal ehrlich, wenn religiöser Glaube und inbrünstige pathologische Hingabe
bei jemandem der glaubt, dass er mit zerfetztem Körper am Kreuze auf dem Kalvarienberg hängt, blutige
Stigmatas auf dem Körper erscheinen lassen kann, wäre es daher nicht zwingend logisch, dass
auch du dir selbst, gleichsam dem religiösen Fanatiker, ein Erleuchtungserlebnis
herbeisuggerierst und beide Erfahrungen auf dem gleichen Phänomen beruhen?
So
oder so,
deine selbstinduzierte Erleuchtung hat sich nun mehr oder weniger bemerkbar
gemacht und hat schon mal eine Menge verschütteter Energie freigesetzt.
Siehe,
wie dein Herz durch die Energie, die nun frei fliessen kann, von aller Zweideutigkeit
gereinigt wird und beobachte, wie nun eine selbstverliebte Selbstsicherheit jeden
Zweifel verdrängt. Dein Blickwinkel
wird sich verengen, bis dir jeder Sinn für Proportionen verloren gehen wird.
Durch deine masslose Selbstüberschätzung werden sich wie von selbst nun neue
verzückungsähnliche Zustände einstellen.
Deine
funkelnden und blitzenden Augen werden eine berauschende Anziehungskraft auf
dafür empfängliche Menschen ausüben
und begierig, sich in deiner neuen charismatischen
Ausstrahlung zu sonnen, scharen sie sich an deinen Lippen klebend um dich.
Nun ist es ganz einfach, denn dir ist es von nun an erlaubt und vergönnt, jedem
deiner Anhänger persönliche Kommentare anzuvertrauen. Diese müssen nicht einmal
besonders treffend sein. Es müssen lediglich Dinge sein, die einem die eigenen
Freunde niemals so offen ins Gesicht sagen würden, kleide dies noch bei Bedarf
in das, was sie gerne hören würden und schon erscheinst du als der weiseste
Mensch auf Erden.
Biete zudem den Suchenden beruhigende, einfach gestrickte Antworten auf ihre existentiellen Fragen und verkünde
eine glasklare Vorstellung von Gut und Böse (Böse sind IMMER die andern!).
Deine Sichtweise möge unduldsam und unnachgiebig sein, doch wirke immer
freundlich.
Verkünde
lautstark, dass jeder einen freien Willen besitzt!
Jeder könne selbst
entscheiden, ob er auf der Seite des Lichtes (natürlich deine Seite) oder auf
der Seite der Gottlosigkeit und Verworfenheit stehen möchte. Aber wehe dem,
der falsch entscheiden wird! Wer sich gegen dich entscheiden wird, hat weder
Mitleid noch Gnade verdient!
Ach ja, nicht zu vergessen ist auch, dass du dich als Repräsentant/in oder Bote/in von
höheren Mächten, des Lichts, der weissen Bruderschaft, Erzengel oder gütiger
ausserirdischer Mächte ausgibst und verkünden lässt, dass du dies alles
nicht aus dir selbst heraus tust, sondern du nur ein äusserst bescheidener Kanal für die
oben genannten Kräfte
und Mächte bist. Glaube mir, für diese "Selbstlosigkeit" werden sie dich
nur um so mehr vergöttern, lieben und hochjubeln, was deinem aufgeblähtem Ego
nur noch zusätzlicheren Auftrieb gibt.
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dann treff
ich interessante Menschen, |
Ein kleiner Nachteil darf aber nicht unerwähnt bleiben. Da du von deiner Anhängerschaft als Erleuchtete/r
vergötterst wirst, musst du dich natürlich
auch wie ein solcher oder eine solche benehmen. Doch keine Angst! Dein
intensives Bücherstudium versorgt dich mit genügenden Informationen zu Verhaltensweisen, wie ein erleuchteter Mensch zu denken, zu fühlen,
zu sprechen und sich zu kleiden hat (bitte nur helle Kleidung und graumelierte
Haare), damit man dir dein Erleuchtet sein auch abnimmt, denn wo kämen wir denn
hin, wenn man dir dein Erleuchtet sein nicht schon von mindestens 500 Metern
ansehen würde!
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mach
das grosse Geld |
Ok, ok, im Grund genommen gibt es keinen unfreieren
Menschen als jemand, der/die sich als erleuchtet wähnt und sich vor einer
erlauchten Anhängerschaft als Meister oder Meisterin ausgibt. In dieser
Position ist es dir nämlich nicht mehr so schnell vergönnt, dich selbst zu sein,
denn du möchtest
die treue Anhängerschaft doch nicht mit deinem ungekünstelten, authentischen,
Fehler machenden und unspektakulären Menschsein vergraulen, oder?
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und regier
die Welt! |
Stelle dir nur vor, was dann geschehen würde, wenn sie nicht mehr, gleichsam
Schmeissfliegen an einem feuchten Kuhfladen, an deinen aus berufenem Munde
verlautbarten Plattitüden kleben würden und sich einen neuen
erleuchteten Führer suchen würden!
Dieser Machtverlust, einfach schrecklich!
Niemand da, dem du sagen kannst, was er/sie zu denken, zu fühlen und zu essen hat, wann oder ob
er/sie Sexualität ausleben darf und vor allem wäre niemand da, der deinen
aufwendigen Lebensstil finanzieren würde, so dass du wieder als trostloser
nichtsnutziger Angestellter
oder Angestellte irgendwo deinem alten, öden Beruf nachgehen müsstest.
Das wäre
doch zu schrecklich, oder!?

und
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