Eine kurze Geschichte über das Pentagramm

 

Das Pentagramm in der Steinzeit, Mesopotamien und der Antike

 

Handabdruck aus der Steinzeit.

Möglicherweise die Urform des

Pentagramms.

ie frühsten rudimentären Formen des Pentagramms wurden schon in Höhlenwänden der Steinzeit eingekratzt vorgefunden und es wird bisweilen aus okkultem Munde gemunkelt, dass die Menschen schon damals dem Pentagramm eine spirituelle Bedeutung beigemessen haben. Ob dies so ist, hmmm... ist ehrlich gesagt mehr als unsicher, die Bedeutung dieser Funde ist unklar.

 

Wie dem auch sei, die Zivilisationen jedoch, die der Steinzeit geraume Zeit später folgten, hatten jedenfalls dem Pentagramm gleichwohl verschiedenste nachweisbare Bedeutungen beigemessen.

 

Die erste konkrete Benutzung des Symbols ist in mesopotamischen Schriften verbürgt, die aus dem 3. Jahrtausend v.u.Z. stammen. Im Buch "Manuel D'Epigraphie Akkadienne: Signes Syllabaire Ideogrammes" von Rene Labat wird dieses Pentagramm mit zwei Ecken nach oben dargestellt  (generell wurde in mesopotamischen Texten auf die Ausrichtung des Pentagramms kein besonderer Wert gelegt)  und diente als Piktogramm für das Wort UB, was "Ecke, Winkel, Schlupfwinkel, ein kleines Zimmer, Grube und Loch" bedeutet.

 

Dies ist übrigens ein mesopotamisch-okkulter Hinweis darauf, dass sich alle Möchtegern-Magiere und Pseudohexen gefälligst in die "Ecke" stellen sollten um sich mal zu schämen, da sie, wie die Freimaurer sagen würden, nicht im rechten "Winkel" zu stehen vermögen. Sich aus diesem Grunde in dem "Schlupfwinkel" ihres "kleines Zimmerchens" zu verbergen nutzt nichts, denn wer andern eine "Grube" gräbt, fällt bekanntlich selbst ins "Loch".

(Dechiffriert durch die phonetischen Cabala nach Fulcanelli)

 

Doch kehren wir nach dieser überaus tiefgründigen Auslegung zum Thema zurück.

 

In mesoptamischen Texten wurde dieses Symbol möglicherweise (die Betonung liegt hier auf "möglicherweise") auch dazu verwendet die Himmelsrichtungen und die fünf sichtbaren Planeten am Himmel darzustellen, die da wären Jupiter, Merkur, Mars, Saturn und Venus, die "Königin des Himmels".

Die Königin des Himmels ist natürlich niemand anders als Ishtar selbst, die Hauptgöttin Babylons, die Göttin der Liebe, des Krieges und der Fruchtbarkeit.

 

Immer wieder wird in diversen Heiden-, Hexen-, Ketzer- und Gralsschmonzetten behauptet, dass das Pentagramm ein Symbol der grossen Mutter sei und dieses Emblem ihren Planeten, die Venus, darstellt.

 

"Ja, ja, ja, diese Überlieferung geht über die Katharer bis zu den alten Sumerern zurück und an dieser Tatsache gibt es nichts zu deuteln!"

 

Nun, das Pentagramm ist tatsächlich ein Muster, welches scheinbar der Planet Venus am Himmelsrund vollzieht.

 

Ein schwarzes Zylindersiegel aus Arkkadien, ca. 2334-2154 v.u.Z.

  Die triumphierend-geflügelte Ishtar-Inanna mit einem Fuss auf

  einem brüllenden Löwen, wird von einer geringeren Göttin verehrt.

  Über ihr scheint der achtstrahlige Stern, die Venus.

Dieses vermeintliche Muster resultiert daraus, dass die Sonne von der Venus in 224,701 Tagen und von der Erde in 365,256 Tagen umrundet wird. Daher begegnen sich Venus und Erde alle 583,92 Tage (ein synodischer Umlauf). In acht Erden- und dreizehn Venusjahren ergeben sich, nach Adam Riese, somit fünf synodische Umläufe, was ein Pentagramm ergibt.

Ok, kein perfektes zwar, da nur sehr ungenau geschlossen, aber immerhin..., irgendwie..., so ungefähr...

(Übrigens…, die im Internet kursierenden so lieblich anzuschauenden Diagramme dieses himmlischen Pentagramms sind nur idealisierte Darstellungen und entsprechen keineswegs der astronomischen Realität!)

 

So interessant dies auch erscheinen mag, die Sumerer und Babylonier wären jedenfalls nie auf den Gedanken gekommen, den Stern/Planeten Venus/Ishtar/Irnini/Inanna als Pentagramm darzustellen. Wenn in der Symbolik der Rollsiegel und der alten Keilschriften auf den Planeten Venus Bezug genommen wurde, haben sie den Planeten immer als achtzackigen, oder sogar sechszehnzackigen Stern dargestellt. Archäologische Funde lassen daran keine Zweifel aufkommen.

 

Ebenso ist unklar, ob die sumerischen Astronomen/Astrologen dieses himmlische Muster, das die Venus am Himmel zieht, überhaupt gekannt haben. Mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht, denn wenn ihnen dies bekannt gewesen wäre, hätten sie bestimmt den Planeten Venus auch als Pentagramm dargestellt und nicht als achtzackigen putzigen Stern, oder?

 

Hmmm…, merkwürdig, warum wird jedoch in modernen halb-lauwarmen esoterischen Möchtegern-Okkultschriften immer wieder behauptet, dass das Pentagramm ein uraltes Symbol der Venus, sowie der Muttergottheit sei?  Wo liegt die Wurzel dieser irrigen Annahme?

 

Wenn man überhaupt dem Pentagramm einen Planeten zuordnen wollte, müsste man es, analog der klassischen und modernen Magie, mit Geburah, der fünften Sephirah des kabbalistischen Lebensbaumes gleichsetzen, die unter anderem die Energie des Planeten Mars verkörpert. Im westlich-hermetischen Weg entspricht die Venus grundsätzlich dem Heptagramm, dem Siebeneck, der siebten Sephira Netzach. Diese Zuordnung wurde schon von Agrippa von Nettesheim propagiert und hat in der praktischen Magie und der Talismanologie bis in die Neuzeit bestand gehabt.

 

Nun, diese bewährte traditionelle Zuordnung hat sich erst vor einigen Jahren verändert, als einige Esoterik- und Verschwörungstheorienbegeisterte die Abenteuerpistole "Sakrileg" von Dan Brown für bare Münze genommen haben. Sie glaubten doch tatsächlich, dass diese dicke Romanschwarte ausschliesslich fundamentale okkulte Wahrheiten enthalte.

Logo, finden wir in diesem Roman auch einige Tatsachen, doch sind diese mit erfundenen schriftstellerischen Phantasien dergestalt verwurstet worden, dass es sehr schwer erscheinen kann, die Spreu vom Weizen zu trennen.

 

Wie dem auch sei, dieses Buch war jedenfalls die Initialzündung der Theorie, dass das Pentagramm ein Symbol der Muttergottheit sei. Erschreckend ist vor allem, dass diese Verbindung (inklusive Verschwörungstheorie) in diversen Esoterikschmökern und Okkultseiten im Internet als Tatsachen verkauft werden, was wieder mal beweist, wie ungern Quellenstudium von Esoterikern und Okkultisten betrieben wird. Denn warum sich mit trockenem Quellenstudium auseinandersetzten, wenn man sich aus dem Stehgreif eine esoterisch-magische "Pipi Langstrumpf-Welt" aus diversen Romanen zusammenphantasieren kann? Warum sich mit Tatsachen auseinandersetzen, wenn man gleichsam im langstrumpf`schen Chor mit religiösen Fundis, Homöopathen, Bachblütlern und anderen Eso-Fritzen trällern kann:

"Ich mach' mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt …!"?

 

Im westlich-hermetischen Okkultismus gibt es aber trotzdem eine geheime Verbindung zwischen all diesen propagierten Fakten. Immer wieder wird in der okkulten Tradition auf das geheime Zusammenspiel zwischen den Energien des Mars und den Energien der Venus hingewiesen. Die Vereinigung zwischen diesen Energien führt den Menschen angeblich zur Vollendung, zum grossen Werk.

Schon in den griechischen Mythen wird auf die geheime Liebschaft zwischen dem Gott Mars und der Göttin Venus hingewiesen. Im modernen Okkultismus finden wir diese geheime "chymische" Hochzeit in dem Planeten Venus, der annähernd ein Pentagramm (Mars) in den Himmel zeichnet, oder im Apfel (Symbol der Venus) der in sich das Symbol des Mars (Pentagramm) enthält, wenn man den Apfel flugs mit einem Athamen teilt. All diese Symbole weisen auf eine enge, okkulte Verbindung zwischen Venus und Mars hin.

 

So oder so, denke bitte immer wieder daran, dass bei der unglaublichen Fülle von Symbolen und esoterisch-okkulten Systemen letztendlich alles zurecht bewiesen werden kann, wenn man nur kreativ genug ist.

 

Geraume Zeit später war jedenfalls das Pentagramm auch im antiken Griechenland unter dem Namen "Pentalpha" wohlbekannt und wurde dort besonders von den geheimdünkelnden Pythagoräern hoch geschätzt. (Pentalpha deswegen, weil sich das Pentagramm aus fünf ineinanderstehenden Alphas (A) bilden lässt)

 

Nach Ansicht des griechischen Mathematikers und Philosophen Pythagoras von Samos (etwa 569-475 v.u.Z.), war die Zahl Fünf die Zahl des Menschen, da sein Körper fünffach gegliedert ist, zudem verkörpern die fünf Ecken auch die fünf grundlegenden klassischen Elemente, die den Menschen und die Welt bilden.

 

U

Hudor

Wasser

Flüssigkeit

 

 

 

G

Gaia

Erde

Körper

 

 

 

I

Idea

Idee, Archetyp

Verstand

Hieron

Ein heiliges Ding

EI

Heile

Sonnenwärme

Energie

Therma

Hitze

A

Aer

Luft

Atem

 

 

 

 

Die Anfangsbuchstaben dieser Wörter bilden zusammen sinnigerweise das Wort H G I EI A Hygieia (Gesundheit, aber auch die griechische Göttin der Gesundheit). Dies mag wohl auch der Grund gewesen sein, warum das Pentagramm bei dem Geheimbund der Pythagoräer, der Frauen lobenswerterweise in vielen Bereichen als den Männern gleichwertig betrachtete, Gesundheit und Ganzheit verkörperte. Aus diesem Grunde wurde wohl das Pentagramm noch im Mittelalter gut und gerne als signum hygeae und signum sanitatis bezeichnet.

 

Das pythagoräische Pentagramm

 

Der in der obigen Tabelle erwähnte spezielle Element-Symbolismus hat übrigens über die Jahrhunderte fortbestanden und Theologien der verschiedensten esoterischen Traditionen bis in die Gegenwart massgeblich beeinflusst. Erwähnenswert mag auch sein, dass die Pythagoräer der Ausrichtung des Symbols keinerlei Beachtung schenkten. Ihnen war völlig egal, ob es mit zwei oder einer Spitze nach oben zeigt, letztere wurde offenbar sogar bevorzugt.

 

Pythagoräisches Pentagramm - Agrippa

von Nettesheim "De occulta philosophia" (1510)

 

 

Der Pythagoreismus war eine erstaunliche Mischung aus strenger Rationalität und oft ins Fabelhafte abgeleiteter Irrationalität. Pythagoras, strenger Vegetarier und Gläubiger an die Wiedergeburt, wurde von seiner Anhängerschaft abgöttisch verehrt. Nun, das hatte seine Gründe, denn der gute Meister machte sich rar. Seine abendlichen Vorlesungen hielt er verborgen hinter einem Vorhang. Zweifel wurde nicht geduldet. Erst nach fünf Jahren der Initiation bekam der Schüler den Meister zu sehen.

Zu der Geheimniskrämerei, die Pythagoras um seine Person machte, passen vortrefflich auch die seltsamen Regeln, die er seiner Anhängerschaft auferlegt hatte. Hier eine kleine Auswahl derselben:

 

- keine Bohnen essen,

- keinen weissen Hahn berühren,

- nichts aufheben, was zu Boden gefallen ist,

- kein Brot brechen,

- über kein Querholz (?) treten,

- Feuer nicht mit Eisen schüren,

- keinen Kranz zerreissen,

- nicht auf einem Viertelmass (?) sitzen,

- nicht auf Landstrassen gehen,

- nicht neben einem Licht in den Spiegel sehen,

- den Hintern nicht mit einer Fackel abwischen (!),

 

Nebst der beflissenen Einhaltung dieser abstrusen Gebote, setzten sich die Pythagoräer in ihrer Freizeit aber auch noch mit Philosophie, Politik und Religion auseinander. Gerne beschäftigten sie sich zudem mit lustigen Zahlenspielereien, die sie vornehmlich in der Astronomie und der musikalischen Harmonielehre betrieben. In ihren mathematischen Überlegungen waren sie besessen von der Vorstellung, dass sich alles, aber auch alles, in der Welt durch ganze Zahlen und ihr Verhältnis beschreiben lässt. Rationale Zahlen galten ihnen als Urprinzip aller Dinge und sie hofften darin allumfassende und unumstössliche Gesetze zu entdecken, denen sich selbst die für ihre Launen bekannten Götter der Antike ihnen beugen mussten.

 

Die Schule Athens - Fresko 1509 - Stanza della Segnatura, Palazzi Pontifici, Vatikan

Pythagoras notiert sich etwas in seine

Einkaufsliste...

Wie schön hätte diese Zahlenlehren-Märchenwelt doch sein können, wenn nicht ein grosser Spielverderber aufgetaucht wäre, der durch seine Entdeckung den Geheimbund an den Rand des Abgrundes geführt hatte.

 

Hippasos von Metapont (um 450 v.u.Z.), ebenfalls dem Geheimbund der Pythagoräer zugehörig, ergründete ironischerweise bei seinen Untersuchungen am Pentagramm, dass das Verhältnis von Kantenlänge zu Diagonale nicht durch ganze Zahlen darstellbar war und entdeckte damit das Phänomen der irrationalen Zahl. Als irrationale Zahl wird gemeinhin eine Zahl bezeichnet die unendlich viele Nachkommastellen hat, die sich nicht wiederholen.

 

Hippasos folgerte daraus, dass ein für alle Pentagramme gültiges, exakt berechenbares Zahlenverhältnis nie gefunden werden kann - der Hoffnung auf eine präzise Erfassung der Welt in Zahlenverhältnissen war hiermit der Boden entzogen, abgesehen davon, dass diese missliche Erkenntnis ausgerechnet im "heiligen" Symbol der  Pythagoräer aufgefunden worden war. Seine nach Wissen strebenden Kollegen griffen diese Erkenntnis begierig auf, so dass sie den Ketzer der Legende nach öffentlich aus Dankbarkeit und Nächstenliebe im Meer ertränkt haben sollen.

 

Ok, diese unliebsame Erkenntnis konnte natürlich nicht mehr vollumfänglich unter den hermetischen Tempelteppich gekehrt werden und so wurde diese Entdeckung im Geheimen verborgen gehalten, auf dass ja nicht die profane Öffentlichkeit Wind davon bekam.

 

Daraus entwickelte sich eine hermetische Tugend, die in okkulten Gesellschaften und in der Esoterikszene im Allgemeinen bis in die Gegenwart Bestand hat: Unliebsame wissenschaftliche Erkenntnisse einfach stillschweigend verdrängen und ignorieren, auf dass das eigene schwarmgeistig-esoterische Weltbild ja gewahrt bleiben möge!

 

Nebst der Bedeutung der Gesundheit, die die Pythagoräer diesem Symbol beigemessen haben, sahen sie das Pentagramm auch als Zeichen der mathematischen Perfektion an, da es auf der Basis des goldenen Schnittes konstruiert ist.

Der goldene Schnitt wird in der Kunst und Architektur oft als ideale Proportion und als Inbegriff von Ästhetik und Harmonie angesehen. Darüber hinaus tritt es auch in der Natur in Erscheinung und zeichnet sich durch eine Reihe interessanter mathematischer Eigenschaften aus.

 

Viele Werke der griechischen Antike werden als Beispiele für die Verwendung des goldenen Schnittes angesehen wie beispielsweise die Vorderfront des 447-432 v.u.Z unter Perikles erbauten Parthenon-Tempels auf der Athener Akropolis. Da zu diesen Werken keine Pläne überliefert sind, ist es aber fraglich, ob diese Proportionen bewusst oder wohl eher intuitiv gewählt wurden.

 

Beispiele für die Realisierung des goldenen Schnitts in der Natur finden sich bei der Anordnung von Blättern und in Blütenständen mancher Pflanzen.

Beispiele sind die Sonnenblume, Kohlarten, Kiefernnadel an jungen Ästen, Tannenzapfen, Agaven, bestimmte Palmen- und Yuccaarten und die Blütenblätter der Rose.

Doch auch Seesterne und andere Tiere mit fünfzähliger Symmetrie, Muscheln, sowie auch die Proportionen des menschlichen Körpers, sollen auf dem Verhältnis des goldenen Schnitts hinweisen.

 

Leonardo da Vinci - Proportionsstudie nach Vitruv 1492 - Venedig

Leonardos Bastelanleitung zu einem nackerten

Hampelmann.

Verblüfft?

"Nun, der goldene Schnitt ist halt nun mal der grundlegende Baustein der Natur, mittels dessen Gott die Welt zusammengeschustert hat", weiss weise und bestimmt unser guter Frater Moe Szyslak zu verkünden.

 

Doch…, tja…, hmmm…, nun…, ehrlich gesagt verblüfft mich nach einigem Nachdenken um ein vieles mehr, dass von etwa 375 000 Pflanzenarten, etwa 374 000 Pflanzenarten NICHT auf dem goldenen Schnitt aufgebaut sind!

 

Und so ist es mehr als fraglich, ob hinter Pflanzen, die den goldenen Schnitt aufweisen, wirklich göttliche Kräfte walten, oder nicht doch wohl eher nur das Gesetz der Effizienz, das bestimmt, wie die Evolution die Blätter um den Stängel herum verteilt hat.

Wohlan, denn diese Anordnung ist nämlich die platzsparendste Art und Weise, möglichst viel auf möglichst wenig Raum unterzubringen. So können die entsprechend angeordneten Blätter an einem Blumenstängel bei einer maximalen Anzahl den jeweils maximalen Raum einnehmen und so möglichst viel Sonnenlicht auffangen, ohne sich gegenseitig in die Quere zu kommen.

 

Sehr gerne wird auch das schneckenartige Muschelgehäuse der Nautilus Pompilius aus dem hermetischen Zauberhut herausgezogen um den allgegenwärtig-goldenen Schnitt in der Natur zurechtzubeweisen. Aber was ist mit allen anderen Muschelformen, die es so gibt und die schöne Welt bevölkern? Leider Fehlanzeige!

 

Ebenso ernüchternd mag bei einer genauen Überprüfung der Proportionen des menschlichen Körpers auf seine "Goldene - Schnitt - Tauglichkeit" auch erscheinen, dass das Verhältnis der Proportionen eine Streuung der Verhältnisses im 20-Prozent-Bereich aufweisen und auch die Definitionen, wie beispielsweise die Länge eines Körperteils exakt zu bestimmen sind, immer wieder willkürlich definiert werden. Dies will heissen, dass auch dieser Körper-Proportionen-Theorie leider jede wissenschaftliche Grundlage fehlt.

 

Ist der goldene Schnitt nun wirklich das grundlegende Bausteinchen, auf dem das Universum aufgebaut ist, wie es in der Hermetik und im Okkultismus immer wieder vollmundig verkündet wird?

Ist er die Regel, eine kosmische Konstante, oder wohl doch nicht eher nur die Ausnahme, bei der unglaublichen Fülle der in der Natur vorkommenen Formen, die wir entdecken, wenn wir mit offenen Augen durch die Welt lustwandeln?

 

Hmmm...