Eine kurze Geschichte über das Pentagramm

 

Das Pentagramm im Christentum

 

 

s mag erstaunen, dass das heutzutage in religiösen Kreisen so arg verpönte Symbol des Pentagramms im mittelalterlichen Christentum seinen durchaus positiven Stellenwert besessen hat.

 

Diese christliche Tradition weist weit in die Vergangenheit zurück.  Im Judentum wurde das Pentagramm als Stadtsiegel von Jerusalem verwandt.

Es verkörperte dort Wahrheit, sowie den Pentateuch, die fünf Bücher Mose.

 

Stadtsiegel von Jerusalem

(4. Jh.v.u.Z.)

 

Im christlichen Abendland wurde nachfolgend das Pentagramm zum ersten Mal im Gedicht "Sir Gawain und der grüne Ritter" (14. Jh.) fassbar. Dort ist es auf dem Schild des im arturianischen Sagenkreis zugehörigen archetypischen keltischen Sonnenhelden Sir Gawain abgebildet.

 

  "Sir Gawain und der grüne Ritter" -

   mittelalterliche Illumination

Wie der Dichter erklärt, besitzen die fünf Ecken des Sterns eine tiefere Bedeutung: Sie repräsentieren die fünf Sinne, die fünf Finger, die fünf Wunden Christi, die fünf Freuden, die Maria durch Jesus erlebte (die Verkündigung Christi, die Geburt Christi, die Auferstehung Christi, die Himmelfahrt Christi, die Himmelfahrt von Maria) und die fünf Tugenden der Ritterschaft, von denen Gawain hoffte, dass er diese verkörpert: Grossmut, Kameradschaftlichkeit, Reinheit, Höflichkeit und Mitleid.

 

Christus als Pentagramm -  Valeriano Bolzani -  Hieroglyphica (Basel, 1556)Überhaupt interpretierten die mittelalterlichen Christen den Fünfstern dazumal als ein christliches Symbol der fünf Wunden Christi und wenn die Buchstaben SALVS um das Pentagramm geschrieben stand, wurde es als Zeichen der Gesundheit (Lat. Salus "Gesundheit") aufgefasst, was offensichtlich an die Bedeutung der Pythagoräer angelehnt ist. Es wurde zudem auch geglaubt, dass es vor Hexen und Dämonen schützt.

 

Die enge Verbindung des Pentagramms mit Christus mag auch der Grund gewesen sein, das Pentagramm auf Kirchenfenstern und Kirchenmauern dekorativ abzubilden und da zu dieser Zeit der Ausrichtung des Pentagramms noch keinerlei moralisch-ethischen Wertung unterlag, finden sich auch immer wieder auch auf dem Kopf stehende, vom heutigen Standpunkt aus gesehen "satanische" Pentagramme. Diese Form scheint sogar die am häufigsten vorkommende Darstellung gewesen sein.

 

 

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